Gedicht zum Januar

Von der Sonne lernen

Das Jahr ist neu, die Sorgen alt,
der Januar wie üblich kalt.
Ach, könnt es doch schon Frühling sein,
ich wünsch mir etwas Sonnenschein.
Als Mensch mag ich die Kälte nicht
und übte gern darauf Verzicht.

Doch nein, das wird kein guter Start,
gewinnt der Jammer richtig Fahrt,
dann bringt das Jahr nur mehr Verdruss.
Es sei damit für immer Schluss!

Na komm, du kalte Jahreszeit,
verlierst ja doch den ew’gen Streit
mit jener himmlisch heißen Kraft,
die alles Leben hier erschafft.
Von dir, da bleibt Erinn’rung nur,
sie gibt nie auf, ihr Licht ist pur.

Beginn das Jahr ich noch mal neu,
indem ich Hoffen mit Geduld nicht scheu,
und da ich von der Sonne lern,
scheint mir der Frühling nicht mehr fern.

Emanuel Mireau

Zum neuen Jahr

Spruch in der Silvesternacht

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.
 
Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!
 
Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

Erich Kästner

Adventsimpressionen

Nun sind wir schon in der dritten Adventswoche. Eine herrliche Wanderung in der verschneiten Rhön und ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Gelnhausen helfen uns, die Zeit bis Weihnachten mit allen Sinnen zu genießen.

Shinrin Yoku

Shinrin Yoku  – japanisch Waldbaden

Gesundheit aus dem Wald  – die gibt es bei uns direkt vor der Tür, hier im Rhöner Land gibt es herrliche Wälder… einige Impressionen vom Wochenende .

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Die zwei Wurzeln

Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.

Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.

Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.

Die eine sagt: knig. Die andre sagt: knag.
Das ist genug für einen Tag.

Christian Morgenstern (1871 – 1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

 

Dies ist ein Herbsttag …..

 

                        

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Christian Friedrich Hebbel